Wenn ich im "Südkurier" (Hier klicken)zitiert werde, dass die Landesliteraturtage in Konstanz zu den besten der letzten Jahre gehörten, dann ist das keine Schmeichelei, weil ich etwa dem Charme der Damen vom Kulturbüro verfallen bin. Es waren zahlreiche, auch unbekannte Autoren zu erleben, sehr viele Kollegen vom VS, den ich zu vertreten haben, die meisten Lesungen waren gut bis sehr gut besucht.
Dass es immer kleine Pannen gibt, davon weiß ich als Literaturveranstalter selbst ein Lied zu singen. Seien es Lesungen, bei denen gar keine Besucher kommen, seien es defekte Mikros, sei es ein enttäuschendes Catering oder Kollegen, die sich daneben benehmen bis hin zu einer hyper-kritisch eingestellten Presse (was ich auch bin, wenn ich mal als Journalist auf der anderen Seite sitze und nicht Mit-Veranstalter bin).
Ich bin mal gespannt, wie es nächstes Jahr in Heidenheim weitergeht und freue mich auf die Gespräche mit den Machern!
Übrigens hatte der Poetry Slam zum Abschluss ein beachtliches Niveau. Wenn man davon absieht, dass meine Favoriten leider nichtmal ins Finale kamen und der Sieger, Ken Yamamoto aus Mainz, absulut unterirdische Sentimentalitäten vortrug.
Samstag, 7. November 2009
Freitag, 6. November 2009
Wer im Glashaus sitzt
Ein altbekannter Dichter hat eine nach eigenen Angaben gut besuchte Lesung im Rahmen eines großen Literaturfestivals. Sein Moderator ist ein hochkarätiger Literaturwisschaftler, der seine Arbeit hervorragend macht. Noch am selben Abend bekommt der Dichter sein Honorar bar in kleinen Scheinen. Zwei Tage später beklagt sich dieser Dichter in der Lokalzeitung in einem umfänglichen Artikel über mangelnde Werbung, Unprofessionalität der Veranstalter, über die Tatsache, dass er sein Honorar nicht sofort unmittelbar nach der Lesung ausgezahlt bekommen hat oder aber die Tatsache, dass er seinen Veranstaltungsort nicht gefunden habe. Der versierte Lokalzeitungsleser stellt jedoch schnell fest, dass dieser Dichter im Programm, vielleicht dank einer Kurzsichtigkeit oder mangelnder geografischer Orientierung, zwar "02 Dreifaltigkeitskirche" gelesen, aber "20 Rosgartenmuseum" gesucht hat.
Unglaublich? Jochen Kelter hat es fertiggebracht, eine wundervolle Visitenkarte für künftige Literaturveranstalter abzugeben. Siehe Südkurier, Ausgabe vom 5. November. Lieber Jochen Kelter: Wie schön, dass Sie keine Lesungen mehr nötig haben. Da kann man ja künftig freundlichere Kollegen einladen, die überdies auch noch bessere Gedichte schreiben.
Unglaublich? Jochen Kelter hat es fertiggebracht, eine wundervolle Visitenkarte für künftige Literaturveranstalter abzugeben. Siehe Südkurier, Ausgabe vom 5. November. Lieber Jochen Kelter: Wie schön, dass Sie keine Lesungen mehr nötig haben. Da kann man ja künftig freundlichere Kollegen einladen, die überdies auch noch bessere Gedichte schreiben.
Donnerstag, 5. November 2009
Neue Literaturzeitschrift - Randnummer
Manchmal zweifle ich als Literaturvermittler, ob mein Instinkt als "Talentscout" immer funktioniert. Wenn ich mir einbilde, ein Talent entdeckt zu haben, versuche ich es mit aller Gewalt zu fördern. Ich bin Triebtäter: Wenn ich ein gutes Buch lese, sollen es alle lesen. Um so diebischer freut es mich, dass in der letzten Zeit etwa Kathrin Seglitz ihren Debut-Roman bei Weissbooks unterbringen konnte. Es ist über zehn Jahre her, als wir einen Auszug des Romans in unserer kleinen Karlsruher Fragmente-Reihe präsentierten, in der etwa auch Ulrich Koch debutierte. Und in der neuen Literaturzeitschrift "randnummer" finde ich Texte von Claudia Gabler und Klaus F. Schneider, zwei meiner Favoriten. Der allseits präsente Ron Winkler darf in der "Randnummer" natürlich nicht fehlen, wahre Entdeckungen sind die Gedichte von Jan Skudlarek und Richard Duraj, beide Mitte der 80er-Jahre geboren. "Randnummer" ist übrigens eine reine Lyrikzeitschrift. Jedenfalls die erste Nummer. Die Redaktion besteht übrigens aus Philipp Günzel, Myriam Keil und Simone Kornappel. Wie schön, dass es immer wieder Menschen gibt, die das "Wagnis Literaturzeitschrift" eingehen. Viel Glück und viel Erfolg!!
Nähere Infos auf der lesens- und hörenswerten Website der Randnummer.
Nähere Infos auf der lesens- und hörenswerten Website der Randnummer.
Mittwoch, 4. November 2009
Zurück
Liebe Leser, wir waren einige Tage in den Bergen, deshalb kein Post. Diejenigen, die mir gemailt und "Fundus" bestellt haben, mögen sich nicht grämen oder zumindest wundern, dass ich nicht geantwortet habe. Das geschieht nach und nach in den nächsten Tagen. Im November bin ich sehr viel unterwegs.
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Latinale 2009 – mobiles lateinamerikanisches Poesiefestival
"Zum vierten Mal präsentiert die Latinale vom 31. Oktober bis 6. November die spannende Lyrikszene Lateinamerikas mit einer Reihe von Veranstaltungen, die Berlin als besonderen Ort literarischer Bewegungen feiern. 9 junge Dichter aus sechs lateinamerikanischen Ländern stellen ihre poetischen Werke in Lesungen, Performances, Gesprächen und Workshops vor. Zudem finden auch eine Fotografieausstellung, Filmvorführungen und Musik statt." So steht es in einer Pressemeldung, die mir Timo Berger eben mailte.
Mehr? Hier klicken!
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Fundus - Neue Lyrik von Matthias Kehle

Nun ist also das kleine Bändchen "Fundus" erschienen mit 28 neuen Gedichten, vier Illustrationen von Frank Milautzcki und einem Coverfoto von Kirsten Bohlig. Liebe Leser, die ihr mein Blog in diesem Monat schon über 9000 Mal besucht habt (schaffen wir die 10.000 noch?):
Ihr könnt den Band bei der Silver Horse Edition oder bei mir bestellen. Die Auflage beträgt 100 Exemplare - limitiert und signiert. Schickt mir eine Mail an maske (at) matthias-kehle.de, samt Eurer Postanschrift, dann bekommt Ihr "Fundus" gegen Rechnung. Ihr könnt mir aber auch 6,80 Euro in Briefmarken an mein Postfach 5533, 76037 Karlsruhe schicken. Wer mir 10 Euro in Briefmarken oder in bar schickt, dem packe ich ein Päckchen mit mindesten fünf verschiedenen Büchern. Ist das ein Angebot? Ich meine ja! Weihnachten naht!
Im Erdgeschoß wohnte
Onkel hartgesotten
war er kein Name
in Sütterlin ich häng'
mein' Mantel nur
an echte Haken Hund
schmeckt gar nicht
schlecht im Krieg.
Hatte eine nasse Waffel
in der Socke einen Schatten
auf der Lunge Fußball-
bauch Trophäenschädel und
Tante mit Wildrosengeschirr
Mittwoch, 28. Oktober 2009
"Sie werden bleiben" - Zum Tod von Heinz Czechowski
"Seine reimlosen, meist in freien Rhythmen gehaltenen Gedichte verströmen den Reiz des Spröden, Ungeschönten. Sie werden bleiben", schreibt Tilmann Krause zum Tod von Heinz Czechowski in der aktuellen Ausgabe der WELT. Dieser ostdeutsche Dichter war einer der wenigen Lyriker, die ich Durch-und-Durch-Wessi (Karlsruhe ist so weit weg von der DDR gewesen, dass sie mir als Kind und Jugendlicher völlig irreal vorkam) nicht nur zur Kenntnis nahm. Der Band "Kein näheres Zeichen" stand schon sehr früh in meinem Bücherregal. Und ich erinnere mich, ohne dass ich dafür einen Beleg anführen könnte, dass vor 20 Jahren jemand beklagte, dass von Czechowski allenfalls 300 Lyrikbände verkauft würden. Als Jungdichter (Anfang 20 war ich damals, also wirklich "blutjung") hat mich das reichlich erschreckt. Und dazu beigetragen, dass ich ich kein "Berufsdichter" werden wollte, sondern eine akademische Laufbahn anstrebte. Bleibt zu hoffen, dass sich das in den darauf folgenden Jahren geändert hat und von Heinz Czechowski mehr Gedichtbände verkauft wurden.
"Gedichte kommen oder kommen nicht", las ich damals in "Kein näheres Zeichen", "Die ungerufenen Worte stelln sich ein,/ Wenn Du sie nicht erwartest./ Geduldig hüllt sich das Papier/ In Schweigen, und die Sprache spricht/ Mitunter vor sich hin,/ als meinte sie/ Nicht sich und mich (...)// Geschrieben oder nicht,/ Die ungerufnen Worte/ Des unbeschriebenen Papiers, - / Sind sie nicht alle/ Nur eines Traums geträumtes Bild?" Das waren "Merksätze" für einen Jungdichter. "Sie werden bleiben" - nicht immer, eher selten, stimme ich mit den "Großkritikern" überein. Im Falle der Gedichte von Heinz Czechowski schon.
"Gedichte kommen oder kommen nicht", las ich damals in "Kein näheres Zeichen", "Die ungerufenen Worte stelln sich ein,/ Wenn Du sie nicht erwartest./ Geduldig hüllt sich das Papier/ In Schweigen, und die Sprache spricht/ Mitunter vor sich hin,/ als meinte sie/ Nicht sich und mich (...)// Geschrieben oder nicht,/ Die ungerufnen Worte/ Des unbeschriebenen Papiers, - / Sind sie nicht alle/ Nur eines Traums geträumtes Bild?" Das waren "Merksätze" für einen Jungdichter. "Sie werden bleiben" - nicht immer, eher selten, stimme ich mit den "Großkritikern" überein. Im Falle der Gedichte von Heinz Czechowski schon.
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