Montag, 10. November 2008

Gedicht des Tages

Heute mailte mir Christoph Wenzel (hier gehts zum Poetenladen), er hätte andere Gedichte von sich selbst für die Anthologie "Lyrik von jetzt. Zwei" ausgewählt als dies die beiden Herausgeber getan haben. So geht es mir auch immer wieder. Beim "Großen Conrady" war ich verwundert, beim "Jahrbuch der Lyrik 2009" ebenso. Zu seinen eigenen Gedichten fehlt einem wohl doch der Abstand. Nun poste ich heute jenes Gedicht, das im nächsten Jahrbuch vertreten sein wird. Hätten es die beiden Herausgeber nicht ausgewählt, hätte ich es übrigens verworfen. Es wäre im virtuellen Nirvana meines Computers verschollen. So aber wird es wohl in meinem nächsten Buch einen Ehrenplatz bekommen:


Nichts weiß ich vom
Großvater Scharfschütze
sei er im Krieg gewesen

Einmal zeigte er auf
einen Haubentaucher im Zoo
und sagte Peng

Hinterlassen hat er
ein Spanholzschächtelchen

darin einen Fadenzähler und
ein winziges Stück Gold

eingewickelt in ein
Strafmandat (Leipzig 1947)

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