Freitag, 23. Januar 2009

Gedicht des Tages - Sabine Reber


Wir verbrachten einmal eine Nacht im Stuttgarter Schriftstellerhaus, sie im einen, ich im anderen Zimmer. Am nächsten Morgen frühstückten wir in einem Café und verstanden uns bestens. Seitdem sind wir ab und an in Mailkontakt, wir haben Bücher getauscht, und ich bewundere Sabines Fähigkeit, mit ihrer Leidenschaft, ihrem Garten und dem Gärtnern in Lamboing am Bieler See Geld zu verdienen. Ich schaffe das mit den Bergen nicht, während Sabine neben der Belletristik eine ganze Menge zum Thema "Garten" publiziert hat. Und bis heute haben meine Frau und ich es nicht geschafft, Sabine mit ihrer Familie in der Idylle unterhalb des Schweizer Jura zu besuchen, obwohl wir mindestens einmal im Jahr auf der Autobahn ein paar Kilometer entfernt ins Berner Oberland oder ins Wallis rauschen. Dieses Jahr kommen wir, versprochen! Rolf Hermann (mit dem ich vergangenes Jahr in Hausach beim "Leselenz" gelesen habe) wohnt ja auch ganz in ihrer Nähe (Ihr kennt Euch auch noch nicht, odr?)
Meine Frau bezieht regelmäßig Sabines Gartennewsletter und ich vermute, dass sie Sabines neues Buch (das an meinem nächsten Geburtstag erscheint) haben möchte, das da heißt: "Endlich gärtnern! So bringen Sie Ihren Garten zum blühen"!
Ich habe es mehr mit Gedichten (obwohl ich im Sommer auf unserem Balkon erfolgreich Salat, Paprika und Tomaten ziehe). Bevor ich zwei Links zu Sabine Reber anfüge, ein herzliches Merci vielmals und ein neues Gedicht:


Museum der Traurigkeit



Weiter komme ich
In Gedanken die Realität
Hinkt mir scheppernd
Hinterher

Polstere verzweifelt
Tage mit Kissen, Fellen
Und einem Teppich
Der alle Tränen schluckt

Uebertünche mein Elend
In den Farben des Regenbogens
Der Forellenhaut, der Libellen
Der Tautropfen

Dann zähle ich die Stunden
Aus Weissblech
Ravioli und Katzenfutter
Setze eine Grenze mit Flaschen

Und schaffe mir abermals
Einen Unglücksgarten
Pflanze schwarze Rosen, Iris, Lilien
Und bleibe mir selber fremd

Ob ich diesmal gehe
Bevor die Stöcke
Tiefgründig wurzeln?
Ob ich gehe

Bevor sich meine Tochter
An die Blumenbeete erinnert?
Und meine eigenen Wunden
So tief sind wie damals?


Links:
Sabine Rebers Homepage
Wikipedia

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