Montag, 2. Februar 2009

Gedicht des Tages - Großvaters Frühling


Liebe Leser, liebe Kollegen,
heute ist Lichtmeß (das Wort kommt übrigens von "Licht messen", nicht vom sakralen Begriff "Messe"), es soll milder werden, die Krokusse werden bald sprießen - die Schneeglöckchen blühen hier in Karlsruhe schon. Frühlingsgefühle melden sich, die Heilsarmee Interlaken singt draußen wieder christliche Lieder, und demnächst werden viele Menschen bei Google den Begriff "Frühlingsgedicht" eingeben. Und damit sie hier landen, möchte ich Euch bitten, mir Gedichte zum Thema zu mailen, die ich im Laufe der nächsten Wochen posten möchte. Sie dürfen gerne etwas heiterer sein als mein Gedicht "Großvaters Frühling", das übrigens justament an dem Tag in der ZEIT zu lesen war, als wir meinen Großvater Ewald im zarten Alter von 90 Jahren zu Grabe trugen.


Großvaters Frühling


Wenig was dir ein Tag
zuspielt (draußen Narzissen)
was sich in deinem
Schädel verschwendet.

Du tickst noch
gerade so ohne
Floh im Ohr.

Wie faßt du dich an
Wackelkandidat ohne Einsatzgebiet?
Deine letzten Worte
werden schon zu

Zitterpartien nicht mal
im eigenen Bett vergessen
wie man Kinder zeugt.


(Aus: "Farben wie Münzen", Aachen 2003)

Kommentare:

LitTalk hat gesagt…

Hallo lieber Matthias Kehles,

vielleicht gefällt Ihnen ja das nachfolgende Gedicht:

diese antwort hinein
ins blau das steht im
februar und seidelbast
ein wenig heideblühn
da und dort verloren
schon die frage
verblasst im schollen-
bruch das schneegefühl

tjm. – 19.02.2008

Beste Grüße
Tasso J. Martens

Anonym hat gesagt…

Ein tolles Gedicht, gibt es noch mehr davon?