Sonntag, 8. Februar 2009

Gedicht des Tages - Markus Breidenich

Als wir im September 2008 am letzten Tag unseres Urlaubs auf das Warther Horn im hinteren Bregenzerwald stiegen, sagte uns die Wirtin einer Hütte: "So wie sich die Murmeltiere verhalten, gibt es einen harten Winter." Gerade habe ich nach dem Mittelfristwetterbericht geschaut: Kein Frühling ist in Sicht, es soll sogar noch einmal strengen Frost geben.
Zeit also für das erste Frühlingsgedicht, das mir zugesandt wurde, und zwar von einem Autor, den ich bislang nicht kannte, nämlich Markus Breidenich. Er ist der erste Dichter, dessen Gedicht ich hier veröffentliche, den ich a) vorher nicht kannte und b)der mir sein Text unverlangt zusandte. Eine richtige Entdeckung also!


K o k o n

Von Glück sagen konnten wir nur.
Dass es morgens war. Unter Federn.
Auf Schattengewächse gefallen. Ein

Vorhangblau. An Lamellen vorüber
die Hinterhofsonne. In Vogel-
nestern und Weinblattmauern. Ein

Hängen an Steppdeckengrün. An
Schaumstoff. Gehäutetem Hüllenlos-
leben. Zur Pfirsichblüte. Matratzen mit

weichen Kernen befüllt. Wir. Waren
Drachenbaum liebende Palmwedel-
hüter. In Bettlakenhöhlen zu Haus.


Infos zu Autor gibt es:
Beim Poetenladen
und auf seiner Website

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