Dienstag, 10. Februar 2009

Heute in der Stuttgarter Zeitung

Autoren gegen Gebühr in Bibliotheken

STUTTGART (epd). Gegen eine Nutzungsgebühr in den Landesbibliotheken protestiert der Verband deutscher Schriftsteller in der Gewerkschaft Verdi. Die Gebühr von 30 Euro pro Jahr sei ein "durchsichtiges politisches Kalkül" der Landesregierung, sagte der Landesvorsitzende Jürgen Lodemann. "Wenn Nutzer ausbleiben, kann man Personal einsparen; wenn genügend Personal eingespart ist, kann man die Karlsruher mit der Stuttgarter Bibliothek fusionieren", sagte Lodemann. Er sieht in der Gebühr eine "Doppelzüngigkeit" - einerseits sollten mit dem Konjunkturpaket Millionen in die Bildung gesteckt werden, andererseits spare man an der wissenschaftlich-kulturellen Grundversorgung.

ddp meldet heute:

Nutzungsgebühr für Landesbibliotheken geplant

Zustimmung von Minister Frankenberg fehlt noch


Stuttgart (ddp-bwb). Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium plant die Einführung einer Nutzungsgebühr für die Landesbibliotheken. Benutzer sollten dann künftig bis zu 30 Euro Jahresgebühr für das Ausleihen von Büchern in den Bibliotheken zahlen, sagte eine Sprecherin des Wissenschaftsministeriums am Montag auf ddp-Anfrage. Mit den Planungen zu der Nutzungsgebühr entspreche man Empfehlungen des Landesrechnungshofes aus dem Jahr 2006, machte sie klar.

Derzeit werde die Konzeption noch ausgearbeitet und es sei noch nichts beschlossen. Eine endgültige Zustimmung von Minister Peter Frankenberg (CDU) fehle noch. Zudem würden noch Details besprochen. Wahrscheinlich sei aber, dass die Nutzungsgebühr "sozial gestaffelt" werde. So würden etwa Studenten von der Gebührenzahlung befreit.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisierte die Pläne des Wissenschaftsministeriums. Mit dem Ausbleiben der Nutzer wegen der Gebühr werde letztlich auch Personal eingespart, kritisierten die Schriftsteller innerhalb der Gewerkschaft. "Das politische Kalkül ist durchsichtig", sagte der Landesvorsitzende Jürgen Lodemann. Die Landesregierung forderte ver.di auf, die Gebühr wieder vom Tisch zu nehmen. Statt solcher Gebühren sei eine Stärkung des Bibliothekenstandorts wichtig, sagte Lodemann. "Wir müssen Wissen und Bildung in alle Regionen tragen."

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Dass die Landesregierung immer noch nicht kapiert hat, dass den Karlsruhern ihre Landesbibliothek heilig ist. Ich darf noch einmal an den berühmten Handschriftenstreit erinnern. Die ganze Geschichte ist
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