Freitag, 6. März 2009

Der Anthologienstreit

Wie sehr inzwischen einige Internet-Angebote in Sachen Lyrik sogar von "großen" Verlagen zur Kenntnis genommen werden, veranschaulicht die Reaktion von dtv im "Anthologienstreit." Siehe Eintrag von heute (Nr. 34) von Axel Kutsch
(hier der Link).
Derweil wird auch mein Blog über 200 Mal pro Tag besucht, und so verwundert es nicht, dass dtv auch mir den schon im Vorfeld diskutierten Band zur "Begutachtung" schicken wird. Die Redaktion von "Am Erker" hat mich außerdem gebeten, die von Marius Hulpe bei der Dahlemer Verlagsanstalt herausgegebene Anthologie "Privataufnahme"
(Link zum Buch) zu rezensieren. So langsam komme ich ins Schwitzen, was nicht an meiner Bronchitis liegt: Ich habe nicht einmal das neue Jahrbuch fertig gelesen und schon wieder kommen zwei Anthologien mit "junger Literatur". Wer kauft, geschweige denn, wer liest diese Anthologien eigentlich?

Kommentare:

Oliver Gassner hat gesagt…

Na, die Rezensenten lesen und die Unibibliotheken kaufen. *duck * renn*

H. Hindringer hat gesagt…

schade ist, dass die ursprünglich heute in der lyrikzeitung veröffentlichte reaktion vom dtv an axel kutsch wieder entfernt worden ist.

stan lafleur hat gesagt…

wer eine anthologie junger lyrik machen will, soll das gerne tun. es existieren weitaus schlimmere moeglichkeiten, papier zu verbrauchen. was ich jedoch von grundauf laecherlich finde: wenn ein verlag auf seine buecher schreibt, dasz die darin enthaltenen autoren wichtig(st) seien. zeitgenoessische lyrik scheint mir zuletzt eher ueber diesen typus unbedachter sprueche (jetzt offenbar immerhin zurueckgenommen) wie aktuell von seiten dtv vermittelt zu werden, der womoeglich einem weitverbreiteten wirtschaftsdenken entspringt, das trotz seiner relativen umweltvertraeglichkeit (heiszluftproduktionsverfahren) gerade (& laengst ueberfaellig) heftigst diskutiert wird. aber das ist vornehmlich wohl verlegersache. als autor fragt man sich dennoch automatisch, ob diese sprachliche sorgfalt beim bewerben auch beim lektorat waltet.

stan lafleur hat gesagt…

ansonsten: wer das alles kauft & liest? theo breuer!

Julietta hat gesagt…

sehr schade, dass der artikel von dtv der sehr kurz in der lyrikzeitung gepostet und an axel kutsch gerichtet war, nicht mehr online ist. Sehr schade ist noch zu freundlich ausgedrückt. Wer hat da auf wen Einfluss und wie soll man in Zukunft Beiträge in der Lyrikzeitung bewerten, wenn so etwas möglich ist. Falls es ein technisches Problem war, entschuldige ich mich schon jetzt für meine "Seilschaft-Vermutung".

czz hat gesagt…

WER das liest ? - aus praxisnaher beobachtung vor allem radio- redakteurinnen , welche text- material für die beliebten formate "jazz und lyrik" bzw. "lyrik & leichte klassik" suchen .

und WER , bitteschön , liest denn diese ganzen ( unnötigen ) dtv- und reclam- anthologien in sachen prosa : "sommer-", "winter-" , "frauen-" , "toscana-" und / oder "katzengeschichten" ??!

Walther hat gesagt…

Wenn diese nicht gelesen würden, lägen sie nicht auf dem für die Bestseller reservieren Auslagetisch jedes beliebigen deutschen Buchladens. Hier bestimmt der Leser, liebe MitlykerInnen, und es ist auch uns zu fragen, warum das denn so ist.