Dienstag, 3. März 2009

Deutschland sucht den Superdichter

Im ersten Beitrag des Monats März der Lyrikzeitung stellt der Herausgeber als Replik auf eine amerikanische Debatte die Frage, ob es im deutschen Sprachraum "große Dichter" gäbe. Mir sind diese Deutschland-sucht-den-Superdichter-Charts zuwider. Am schlimmsten fand ich den Versuch einer bekannten Lyrikzeitschrift die Top 10 der Weltdichter und die Top 10 der deutschen Dichter zu ermitteln. Unter anderem mit dem drolligen Ergebnis, dass Jurymitglieder in der Liste auftauchten.
Michael Gratz, der Herausgeber der Lyrikzeitung fragt: "Sind die Büchnerpreisträger groß? Alle? Die Huchelpreisträger? Man wird nicht zwei Kenner finden, die auch nur hierauf die gleichen Antworten finden." Ganz richtig. Kein einziger der Namen, die er mit Fragezeichen genannt hat, zählt - in aller Bescheidenheit - zu meinen Favoriten. Es ist wie in der Pop- und Rockmusik: Die Szenen und Stile haben sich soweit differenziert und aufgesplittet, dass es absolut unmöglich ist, noch eine große Band zu nennen, wie früher die Beatles oder Queen. Heute gibt es noch die Rolling Stones. Auch Martin Walser lebt noch.

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