Montag, 23. März 2009

Gedicht des Tages - Marcus Roloff

Bevor der März zu Ende geht, soll noch Marcus Roloff mit einem Frühlingsgedicht zu Wort kommen. Es sieht ja nicht so aus, als würde es in diesem Jahr noch einmal Frühling werden. In Karlsruhe war es bislang gut 1,5 Grad zu kühl, und selbst eingefleischten Meteorologen geht der Winter auf den Senkel.
Marcus Roloffs Gedichteinsendung kam unaufgefordert, und ich möchte alle Kolleginnen und Kollegen, die mein Blog lesen, um reichlich Einsendungen bitte, auch die "Prominenten". Aber wer von den Lyrikern ist schon prominent? Kürzlich las ich, dass wohl keiner ein Gedicht von Durs Grünbein auswendig kenne, auch wenn er fast als Nationaldichter gelte. Worauf ich herzlich schmunzeln musste. Nationaldichter! Lächerlich! Wie sagte der Kritiker und Literaturwissenschaftler Matthias Kußmann einmal? Durs Grünbeins Gedichte seien wie hochglanzpolierter Carrara-Marmor. Da sind mit doch Gedichte aus Fleisch und Blut lieber.
"der schein der sonne vertieft das dunkel", so beginnt Marcus Roloffs Gedicht, und mir scheint, damit charakterisiert er diesen März treffend. Mehr über den und von dem Autor findet man im Poetenladen


märzspaziergang

der schein der sonne vertieft das dunkel
weiter ins helle hinaus, ins abgrundproblem
hört ein erwachender sinn. in blaue verkühlung
entgleiten die beine dem körper, die vögel fallen
nach oben, der lichtleere nach. dem übermäßigen
himmel stellt sich die landschaft ins auge, wie eine
frage oder ein span, gerötet erst abends.

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