Dienstag, 24. März 2009

Nora Gomringer - Klimaforschung

Die "Neue Zürcher Zeitung" lobt heute Nora Gomringers Gedichtband "Klimaforschung".
Michael Braun schreibt: "Nora Gomringers «Sprechtexte» haben die Kinderkrankheiten der «Spoken Word»-Improvisationen abgestreift. Ihre Ankündigung, etwas «Unerhörtes» und «Aussergewöhnliches» mit der «durch und durch bekannten» Sprache «zu machen», ist nicht eine blosse Absichtserklärung, sondern wird durch die Mobilisierung unterschiedlichster Sprechhaltungen mit Leben erfüllt."

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Kommentare:

Bjoern hat gesagt…

Die gute NZZ. Sie hat mich damals mit der Nase auf Tranströmer gestoßen. Aber mit der Sprache der Literaturkritik habe ich manchmal immer noch Schwierigkeiten. Michael Braun schreibt da zwar noch sehr erträglich. Aber "in einer 'polylingualen', also vielzüngigen Sprache"? Erst das Fremdwort und dann pädagogisch die (fast richtige) Übersetzung hinterhergeschoben? Für einfache Menschen wie mich? Warum schenkt er sich nicht dieses polylingual-Ungetüm?
Wollte aber nicht meckern. Nur ein Eindruck. Und:
Gruß

czz hat gesagt…

"Klimaforschung" lotet phänomenal die Möglichkeiten auditiver Literatur aus : Das hat mit "spoken word" etc. weniger zu tun als mit Gerhard Rühm und der Wiener Gruppe .

KY hat gesagt…

Es hat eben doch mit Spoken Word zu tun. Dies sind (sicher neben vielen anderen) ihre Wurzeln und die lassen sich nicht wegreden. Dass die Wiener Gruppe hier nicht so nach seichter Unterhaltungsliteratur klingt, wie Begriffe, die dem Slam nahe stehen mag sein…
Und das mit den "Kinderkrankheiten" hab ich einfach mal überhört ;-)
Grüße

czz hat gesagt…

Da wollen wir dem Praktiker natürlich nicht widersprechen , lieber Ken Yamamoto , und brauchen keine Etiketten des konsensuell "Etablierten" um den angeblichen "Kinderkrankheiten" entgegen zu treten . My point is , dass mir die am Beispiel Nora Gomringers vollzogene Stellvertreter- Debatte , ob dieses Werk nun "Pop" sei oder Poesie mit grossem "E" , unproduktiv erscheint .
Hier hat sich ein starkes poetisches Temperament stimmlich einen Eigen- Raum geschaffen ,
welcher mit der Kunstform "auditiver Literatur" m. E. eine alternative Begrifflichkeit fände .

ky hat gesagt…

ich stimme vollkommen zu. "auditive literatur" ist übrigens ein wunderbarer begriff!!! (ich werde ganz bestimmt noch darauf zurückkommen)

herzlich
ky