Montag, 16. März 2009

Schlechte Parodien, gute Parodien

Es ist schon eine Weile her, als mir Martin von Arndt ein paar Links schickte, die zu "Gedichten für Matthias Kehle" führen. Den Autor kenne ich nicht. Dass es, wie ursprünglich vermutet, der altehrwürdige Egbert Hans Müller war, haben wir wieder verworfen.

Ich will die Texte meinen Lesern nicht vorenthalten:
Link Nummer eins

Hinter den folgenden Links verbergen sich die gleichen Gedichte, nur hat der Leser hier die Möglichkeit zu kommentieren.

Link Nummer zwei
Link Nummer 3
Link Nummer 4


Martin von Arndt schrieb mir dazu:
"Naja, und die Tatsache, daß man einen so eindeutigen eigenen Stil entwickelt, daß er parodiert werden kann - wenn Herr EHM den Ton vielleicht auch nicht besonders gut getroffen hat (aber das Ende ist immerhin niedlich, finde ich) -, ist angesichts der Stil-Tag-und-Nachtgleiche der unsere Jahrgänge umgebenden Generation auch ein Zeichen. Parodien setzen ja immer voraus, daß das Parodierte erkannt wird (bekannt ist) und ein wirklich Eigenes im Ton besitzt, das nachgeahmt werden kann. Ich wüßte im Umkehrschluß nicht, wie ich Daniel Kehlmann parodieren sollte. Oder Thomas Glavinic. Oder Ingo Schulze. Allenfalls bei Steffen Kopetzky hätte ich eine Idee, deshalb schwimmt er ja auch nicht in der Sauce mit den anderen."

Übrigens hat Martin mit "Ego Shooter" einen Roman geschrieben, der unbedingt in die Diskussion um die Schul-Amokläufe passt. Meine Rezension ist u.a. hier nachzulesen. Und natürlich ist der Roman bei einem meiner Lieblingsverlage erschienen, nämlich bei Klöpfer & Meyer. Wenn ich da nur an meinen Lieblings-Romancier denke, nämlich Joachim Zelter. Apropos: Mein Lieblingserzähler ist mit großem Abstand Wolfgang Hildesheimer, der leider ein wenig vergessen wurde. Ich habe Hildesheimer mal Markus Orths empfohlen, und auch er ist seitdem hin und weg. Apropos Parodien! Hildesheimers erster Satz in "Mitteilungen an Max über den Stand der Dinge und anderes" ist die wohl schönste Parodie auf Schachtelsätze überhaupt: „Wieder ist, wie Du, lieber Max, wahrscheinlich bereits festgestellt hast, ein Jahr vergangen, und ich weiß nicht, ob es Dir so geht wie mir: allmählich wird mir dieser ewigwährende Zyklus ein wenig leid, wozu verschiedene Faktoren, deren Urheber ich in diesem Zusammenhang, um mich keinen Unannehmlichkeiten, deren Folgen, die in Kauf zu nehmen ich, der ich gerne Frieden halte, gezwungen wäre, nicht absehbar wären, auszusetzen, nicht nennen möchte, beitragen.“

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