Donnerstag, 19. März 2009

Schöne Sätze & Wolfram Menzel

"Der schöne Satz" stehe im Verdacht, "von gestern zu sein, ein Gartenzwerg im Vorgarten. Die anhaltenden Tabubrüche haben uns längst neue Tabus beschert. Vielleicht braucht es heute mehr Mut dazu einen schönen Satz zu schreiben und ihn bestehen zu lassen, als ihn zu zerhacken." Das schreibt Frank Milautzcki in seiner Besprechung des Gedichtbandes "Die Flüchtigkeit weiß keine Zeit" von Jörg Bernig im Feuilleton von Fixpoetry.
Er verweist damit auf das psychologische Problem, das viele zeitgenössische Gedichte haben. Je geballter man Tabubrüche und Experimente vorgesetzt bekommt, desto schneller nutzten sie sich ab, desto lächerlicher wirken sie mitunter.
Schöne Sätze finden sich reichlich bei Walle Sayer, bei Jürgen Nendza (von ihm gibt es ein neues Buch, schrieb mir heute Morgen Stefan Heuer) und: Bei Sabina Naef. Sie verweigert sich hartnäckig den Tabubrüchen. Claudia Gabler fällt mir auch noch ein mit ihren schnell geschnittenen Alltagsvideoclips. Bei Ron Winkler las ich auch reichlich "schöne Sätze", etwa in seinem hinlänglich bekannten "Geweiharchiv".
Wenn ein aktueller Gedichtband Tabus bricht, dann ist es "nicht oder anders" von Wolfram Menzel. Meine Rezension ist heute in den "Badischen Neuesten Nachrichten" nachzulesen. Die Besprechung habe ich bereits am 13. Februar hier gepostet.

1 Kommentar:

Elisabeth Wandeler-Deck hat gesagt…

Schöne Sätze - die Frage danach das Spiel damit und was dann schliesslich am Bildschirm, auf dem Papier verbleibt, die Frage, die mich immer wieder umtreibt anhand von Fragen, die sich über Behauptungen der schönen Sätze hermachen - http://www.abendschein.ch/site/weblog/C46/ Elisabeth Wandeler-Deck mit herzlichem gruss