Sonntag, 5. April 2009

Pflichtlektüre

Als ich vor 24 Jahren begonnen habe, Gedichte zu schreiben, habe ich reichlich Theorie gelesen. Zu meiner Pflichtlektüre gehörten:
- Hugo Friedrich: Die Struktur der modernen Lyrik
- Robert Ranke-Graves: Griechische Mythologie
- Wolf Schneider: Deutsch für Profis
- Gottfried Benn: Probleme der Lyrik
- Ivo Braak: Poetik in Stichworten
- Otto Knörrich: Lexikon lyrischer Formen
- Otto Knörrich: Deutsche Lyrik seit 1945
- Manfred Lurker: Wörterbuch der Symbolik
- Elisabeth Frenzel: Motive der Weltliteratur
- Elisabeth Frenzel: Stoffe der Weltliteratur
- Umberte Eco: Einführung in die Semiotik

Dazu kamen zahlreiche Aufsätze, die ich mir während meines Germanistik-Studiums habe über den Weg laufen lassen. Was lesen Dichter, die heute mit dem Schreiben beginnen?

Kommentare:

ettlblog hat gesagt…

Als ich vor 40 Jahren angefangen habe, Gedichte zu schreiben, habe ich keine Theorie gelesen. Ich las "Praxis": Bachmann, Eich, Celan, Brecht, später Hannsmann, Enzensberger, Huchel, Krolow usw.
Und aus der Praxis lernte ich sehr viel. Die Theorie, sorry, hat mich nie interessiert.

lennson hat gesagt…

thomas mann.
max goldt.
thomas bernhard.
robert musil.
dietmar dath.
virginia wolf.
lion feuchtwanger.
robert anton wilson.
kin ping meh.
e.t.a. hoffmann.
Michael Bulgakov.
thedor w. adorno.
heinrich mann.
michael ende.
roger behrens.
klaus mann.
gerne auch mythologien und sagensammlungen.

sehr selten lyrik, und dann celan.
theoretisches nie, auch kein "handwerkszeug". zumindest nicht, was lyrik anbelangt. man stelle sich vor, es gäbe einzig "studierte" lyrikerInnen... das wäre ungefähr so, als würde die popmusik nur aus progressive rock bestehen.
überhaupt droht dabei das vorweg-kanonisieren der eigenen texte. lyrik sollte häufiger unbedarft sein, angreifbarer und unmittelbarer bei gleichzeitiger uneindeutigkeit. ob da theorie hilft, weiß ich nicht.