Donnerstag, 21. Mai 2009

Einer trinke des anderen Last - Der Vatertag

Wer kennt Angelika Maisch? Harfenisten und Satirikerin aus Karlsruhe? Mitherausgeberin des 62., des Hasenfuß-Raben? Eine der höflichen Papparazzi und eine der ersten, die überhaupt das Internet als Publikationsmedium genutzt haben (siehe alles-bonanza.de? Ganz so bekannt wie ihr guter Freund Max Goldt ist sie leider noch nicht.
Jedenfalls hat Angelika die schönste Satire auf den Vatertag geschrieben, die ich kenne. Deshalb heute ausnahmsweise kein Gedicht.
Die Geschichte "Einer trinke des anderen Last" beginnt so:

"Abermals naht der Vatertag und man fühlt die Unruhe der Frauen und ihre Hoffnung auf eine neue Liebe, eine neue Last. Seit Tagen schon sind die Regale in den Getränkegroßmärkten wie leer gefegt, vergebens sucht man Jägermeister, Kleinen Feigling oder Berentzen Appel im handlichen Flachmann an der Kasse. Die haben kluge Frauen längst an verschwiegenen Plätzen gehortet, damit nicht Not sei am Tage des Herrn. Am Vorabend bereits sehen wir erwartungsvolle Männer in den Vorgärten auf und ab traben, ungeduldig scharren sie mit dem Hufe in der Streu. Ein Jahr haben sie nun gedient im Haushalt eines Weibes, das sie vor zwölf Monden genau irgendwo aufgelesen hat und der sie seither zu Willen sein mussten. So will es das Naturgesetz."

Weiterlesen im Archiv der Berliner Zeitung

Durchaus erwähnenswert auch dieses hochwertige Posting zum Thema: Brutzelbude

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