Donnerstag, 14. Mai 2009

Frühlingsgedicht - Mai

In meinem nächsten Buch wird es eine Art Jahres-Zyklus geben. Jeder Monat (mindestens) ein Gedicht. Wie läßt sich der Mai, dieser furchtbar klischeebesetzte Frühlingsmonat, noch in ein Gedicht fassen? Manchmal kommen mir Worte oder Bruchstücke zu Hilfe, die mir über den Weg laufen. Etwa der "gußeiserne Gartengrill", den ich (glaube ich) im letzten Jahrbuch aufgeschnappt habe. Oder seltsame Fragen, die mir im im Kopf herumschwirren und die eigentlich in "Die Sendung mit der Maus". Meine Frage: Wieviel Lärm macht eigentlich ein Goldschmied?


Mai


Kein lautes Hämmern aus
Rücksicht auf die Vögel -
ein Goldschmied der Monat.

Ins offene Fenster der Werkstatt
schaut der Nachbar, ein Spanier,
dem der Winter in Erinnerung bleibt,

bläst den letzten Zug aus
seiner Zigarette herein und
erzählt von seinem alten
gußeisernen Gartengrill.

Kommentare:

Ines hat gesagt…

Finde die Idee super, einen kleinen Gedichtsband mit Gedichten zu jedem Monat in den Händen zu halten. Aber was hat der spanische Nachbar in der Werkstatt mit dem Mai zu tun?

Anonym hat gesagt…

...eine wirklich schöne Idee, den Mai als Goldschmied zu bezeichnen.

Zu der Frage, nach der Lautsärke des Kämmerns in einer Goldschmiede kann ich , da ich zufällig vom Fach bin, Stellung beziehen. Ich verpacke das mal in einer Begebenheit. Neben unserer Goldschmiede - Werkstatt hat sich ein Reisebüro niedergelassen, inzwischen sind sie dort Kummer gewohnt, aber in der Anfangszeit kamen regelmäßige Beschwerden wegen des Lärms, den wir beim Schmieden veranstalten.
Neele