Donnerstag, 11. Juni 2009

Gedicht des Tages - Christophe Fricker

Kürzlich las ich im Poetenladen einige Gedichte von Christophe Fricker. Ein anderer Tonfall, dachte ich, eine gewisse Leichtigkeit hat diese Lyrik. Ich bat den Autor um ein paar Gedichte, wollte diese aber noch ein paar Tage liegen lassen. Ein aktueller Eintrag in der Lyrikzeitung (Nr. 43 vom Juni) bewog mich, Frickers Gedicht als "Antwort" zu posten. Ich zitiere die Lyrikzeitung:
„'Aktuelle Poesie ist harte Kost, schwer verdaulich und kaum genießbar' – so ein gängiges Vorurteil. Zeitgenössische Lyrik hat in Deutschland ein schlechtes Image, das der Rezeption von Dichtkunst oft im Wege steht. Das diesjährige Colloquium des poesiefestival berlin sucht am 28. Juni die Gründe für diese Vorbehalte und nach Wegen, sie abzubauen. Literaturwissenschaftler, Kritiker, Pädagogen, Psychologen, Verleger und Dichter fragen nach Ursachen von Rezeptionsblockaden und danach, wie man Lust auf aktuelle Lyrik wecken kann, ohne sie ihres Niveaus zu berauben."

Wäre Berlin nicht so weit weg, ich würde an dem Colloquium teilnehmen.

Fricker ist für mich ein Talent, soweit ich das nach der Lektüre der wenigen Gedichte beurteilen kann. Ich bin mal auf seine Entwicklung gespannt.


Wilmington

Verhoffte Fatalisten auf dem Pier
mit ihren langen Angeln, Dosen Bier,
Merkt einer, daß man keine Sterne sieht?

Das Schlachtschiff in der nächsten Hafenstadt,
Mein Freund, der im Motel seit Stunden schläft,
Wie kommt es, daß es keiner eilig hat?

Das brandet an, das brandet anders an,
das hört nie auf, wie Werbung, wie ein Warnen
und wie ein unverfängliches Umgarnen.



Infos über Christophe Fricker beim Poetenladen (s.o.) und bei Tubuk,

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