Freitag, 31. Juli 2009

Gedicht des Tages - Werner Bliss

"Was man alles nicht braucht" lautet eine Gedichtzeile von Reiner Kunze, auf die mich Werner Bliß aufmerksam machte, nachdem er meinen Blogeintrag von vorgestern gelesen hat. Nach drei Wochen gehen, steigen, kochen, essen, trinken, waschen, schlafen ist mir noch mehr bewusst, wie wenig man zu einem guten Leben braucht. Auch von den tausenden Büchern, die ich, wie jeder Autor, horte, "brauche" ich nur eine Handvoll. Ich habe gut und glücklich ohne Literatur, ohne Blog, ohne Netz gelebt und habe über die Reichen gelächelt, die sich geballt im Oberengadin aufhalten (ein schöner Vertipper ist mir gerade passiert: ich habe geschrieben "aufENThalten").
Werner Bliß ist der zweite Dichter aus dem kleinen, wunderschönen Schwarzwalddorf Hausach (neben José F.A. Oliver), das damit wohl die höchste Dichterdichte eines Dorfes überhaupt hat. Oder kann man Hausach schon ein Städtchen nennen? Werner hat mir einige Gedichte gesandt, eines hat mich - passend zum Gefühl dieser "postalpinen" Tage besonders angesprochen:


restposten


aufbruch nach allen
seiten die letzten

geheimnisse eine
frage der zeit

die landung steht bevor
das fähnchen fröstelt schon

wir zurückgebliebene
ordnen strandgut

erwarten hochwasser



Weitere Informationen und Gedichte von Werner K. Bliß finden ich u.a. bei
fixpoetry - das übrigens ein neues Design und noch mehr Autoren und Gedichte hat, u.a. auch Texte von Walle Sayer, der ebenfalls in einem schönen Schwarzwalddorf lebt. Also unbedingt mal bei fixpoetry vorbeischauen!

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