Sonntag, 30. August 2009

2. Literaturtage Nordschwarzwald - Peter Härtling


Die ersten Gedichte, die mich als Jugendlicher beeindruckt hatten, waren nicht die Gedichte von Walter Helmut Fritz, sondern "Lichtzwang" von Paul Celan oder "Eine Herbstnacht" von Peter Huchel, über das ich dann im ersten Semester Germanistik in Heidelberg sogar eine Hausarbeit geschrieben habe - mit einer mechanischen Schreibmaschine. Ich meine mich zu erinnern, dass mich eine Ettlinger Buchhändlerin auf den Karlsruher Fritz aufmerksam machte, als ich etwas scheu erzählte, dass ich angefangen habe zu schreiben, und zwar Gedichte.
Einer der ersten Lyriker, die ich zur Kenntnis nahm, war Peter Härtling. In der Ettlinger Stadtbücherei stand ein Gedichtband, aus dem ich mir die "besten" Gedichte kopierte in Ermangelung eines üppigen Taschengeldes. Kurz nach dem Tod meines eigenen Vaters fiel mir beim Antiquar Härtlings Vater-Sohn-Geschichte "Nachgetragene Liebe" in die Hände - ein Roman, der mich damals tief angerührt hat.

Am nächsten Freitag werde ich Härtling "live" erleben, und zwar bei den "2. Literaturtagen Nordschwarzwald", die Walle Sayer und Sascha Falk von der Kreisvolkshochschule Freudenstadt zusammen mit mir organisiert haben. Im folgenden die Pressemitteilung der drei Herren mit herzlicher Einladung an meine Leser:

Mit einem Glanzlicht ersten Ranges starten die "2. Literaturtage Nordschwarzwald". Peter Härtling, einer der bekanntesten deutschsprachigen Schriftsteller wird das zehntägige Festival am Freitag, den 4. September eröffnen. Der 1933 in Chemnitz geborene Härtling lebte viele Jahre im württembergischen Nürtingen und hat zahlreiche Romane, Erzähl- und Gedichtbände publiziert, zuletzt "Leben lernen" (Erinnerungen, 2003) und "Das ausgestellte Kind. Mit Familie Mozart unterwegs" (2007). Auch jungen Lesern war und ist der Name Peter Härtling vertraut, schrieb er doch bekannte Kinderbücher u.a. "Das war der Hirbel" (1972), "Oma" (1975), "Ben liebt Anna" (1981) und "Krücke" (1986).
Vorstellen wird Härtling seine Erzählungen vom Großvater O'Bär und dessen dreijährigen Enkel Samuel, der seinem Großvater das Geschichtenschreiben lehrt. In der spielerischen und anrührenden Verquickung von eigenem Erleben und literarischer Fiktion gelingt Härtling das Porträt einer anrührenden Beziehung. Samuel findet und erfindet Wörter, liefert die aberwitzigsten Silbensprünge und Bubenstreiche, und setzt seinen Großvater in größtes Erstaunen. Die wunderbar inspirierenden Spannungen zwischen Kind und Greis, die wortbefreiende Komik des Alltags und die innige Beziehung beider müssen erzählt werden. Das geschieht in fünf Briefen an Samuel, dem Kernstück dieser warmherzigen Erzählung. Aus der genauen Beobachtung des Verhaltens und Sprechens eines Kleinkinds erschließt sich Härtling ein Weg, von den großen Themen - Liebe, Alter, Verantwortung, Tod - zu erzählen und den Leser dabei tief zu berühren.
Der mit vielen Preisen ausgezeichnete Autor liest im Vortragssaal der Kreissparkasse Freudenstadt (Stuttgarter Straße 31), die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr und wird musikalisch umrahmt.
Nähere Auskünfte bei der Kreisvolkshochschule in Freudenstadt, Landhausstr. 4, Telefon 07441/9201400 oder 9201401, E-Mail fds@vhs-kreisfds.de.


Weitere Infos siehe Website der Literaturtage Nordschwarzwald

Foto (c) Stephan Morgenstern

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