Dienstag, 18. August 2009

Klaus F. Schneider

Gerade lese ich bei "Fixpoetry" eine Besprechung des neuen Gedichtbandes von Klaus F. Schneider. Wer ihn einmal bei einer Lesung erlebt hat (zuletzt hörte ich ihn beim Leselenz in Hausach), wird seine einmalige Vortragsweise und den Witz seiner nur vermeintlich hermetischen Lyrik (wie der Rezensent schreibt) nicht mehr vergessen. Wäre Klaus F. Schneider fünfzehn oder zwanzig Jahre jünger, er wäre sicher einer der Protagonisten der jungen Lyrik-Szene. Leider ist er ein nahezu völlig unbekannter Dichter geblieben. Vielleicht auch, weil er in Stuttgart lebt und mit keiner "Literaturszene" etwas am Hut hat, sondern nur konsequent schreibt und alle paar Jahre einen Gedichtband veröffentlicht?
Ihm hätte übrigens - dies ein Seitenhieb nach Baden-Württemberg - der Thaddäus-Troll-Preis 2009 gebührt und nicht José F. A. Oliver! José braucht keinen Förderpreis mehr, dafür kommt er zehn Jahre zu spät. Die Verleihung des Thaddäus-Troll-Preises an ihn empfinde ich persönlich als regelrecht peinlich. José gebührt der Schiller- oder der Huchelpreis.
Rezension Klaus F. Schneider bei Fixpoetry.

Kommentare:

LitTalk hat gesagt…

Eine Binsenwahrheit ist, wer im Literaturbetrieb zu falscher Zeit und an falscher Stelle ist, der wird keinen Lorbeerblätter ernten. Es gäbe da noch viele andere Argumente, wie die Mechanismen der Urteilsbildung in der gesteuerten Gesellschaft, die "Krise des guten Geschmacks und der Ruf nach Maßstäben", wie Hilde Domin sie beschrieben hat. Als Autor oder Lyriker darf man sich aber nicht von seinem Weg abbringen lassen, denn es ist auch das Dilemma mit der Qualität eines Kunstwerks, denn - und gerade in der Lyrik - hat man mit der Unbeweisbarkeit des "Kunsturteils" zu kämpfen.

tjm.

simone kornappel hat gesagt…

Als ich mich vor rund einem Jahr durch die Bände von Klaus F. Schneider / Klaus Thaler gelesen habe, nahm ich an oder besser kam ich nicht umhin, zu glauben, dass er a) sicher schon in aller Munde ist und b) eine (verdientermaßen) rapunzelhaarige Preisliste aus dem Bibliografiefenster hängen lassen könnte. Und es hat mich irritiert, dass dem nicht so ist.

Vortrageweise & Witz: ja, unbedingt. Das kann ich nur unterstreichen. Er gehört zu meinen Lieblingsautoren. Danke für die Erwähnung!

Btw: http://www.youtube.com/watch?v=Ba5yJ94ycbk

Gedichte von ihm werden im übrigen in spe in einer neuen, Hamburger Literaturzeitschrift erscheinen.