Freitag, 21. August 2009

Mirko Bonné auch nominiert

Mal sehen, ob Mirko Bonné nun weiterhin Gedichte schreibt, da er doch wie Norbert Scheuer ebenfalls für den Deutschen Buchpreis nominiert ist. Jedenfalls hat er den Gedichtband "Nesselgesang" der erstaunlichen Australischen Lyrikerin Emma Lew übersetzt, erschienen vor einiger Zeit beim Yedermann-Verlag mit seinem erfrischenden Programm. Dass die Übersetzung von Mirko Bonné ganz hervorragend ist, weiß neben meiner Frau und mir wahrscheinlich niemand so gut wie Christoph Wenzel. Ursprünglich sollte der Band nämlich beim Rimbaud-Verlag erscheinen, Wenzel und ich bekamen die Übersetzung zum Lektorieren. Also saßen meine Frau und ich einige Wochen (!) jeden Abend an dem Manuskript, neben und vor uns Wörterbücher, Lexika und das Laptop mit Google, und wir fanden kaum ein Wort, kaum eine Zeile, die wir zu beanstanden gehabt hätten, Christoph ging es ähnlich. Zwei bis drei Gedichte schafften wir am Abend maximal, denn die Bildsprache von Emma Lew ist höchst eigenwillig. Mit jedem lektorierten Gedicht stieg die Hochachtung vor der Leistung des Kollegen Bonné.

1 Kommentar:

LitTalk hat gesagt…

Der erste Satz klingt fast so, als ob im Literaturbetrieb Angekommene sich von der Lyrik abwenden würden. Nun, ein Quäntchen Wahrheit hat die Aussage vielleicht. Ich würde dann von der "Krise des guten Geschmacks" und von der "Verschiebung der Maßstäbe" sprechen. Lyrik nurmehr für Wenige? Eigentlich unverständlich, weil gerade diese Gattung in unsere schnelllebige Zeit passen würde. Gerade sie kann kurz und insbesondere präzise sein, schneidend scharf.
tjm.