Samstag, 1. August 2009

Neue Literaturzeitschrift - Blumenfresser

Heute erreichte mich die erste Ausgabe der Literaturzeitschrift "Blumenfresser" aus Nürnberg, herausgegeben von Maren Burghard, Andreas Neuner, Christian Schloyer und Dirk Stolzenberger. Sie könnte rasch ein Sprachrohr der jüngeren Generation werden. "Ich glaube nicht, dass der Innovationsgedanke einzige Triebfeder redaktioneller Arbeit sein kann", schreibt der Lyriker Christian Schloyer in seinem Vorwort, und doch kommt die Zeitschrift nicht nur in modischen Farbtönen daher (dass diese gerade allenthalben verwendet werden, weiß ich auch nur von meiner Webdesignerin), sondern veröffentlicht neben Prosatexten und Comics/ Cartoons auch Lyrik von Dichtern wie Tobias Falberg, Marius Hulpe oder Marcus Roloff. Angetan hat es mir Nora Gomringers höchst amüsantes Gedicht "sex.doc". Für meine Begriffe sind jedoch einige Gedichte Falbergs schlicht hypertroph ("fraktierte Fackelzüge", "Noisenippel" oder "die gammasatten Schattenmorellen im Strahlenpelz"), die pseudo-experimentelle Lyrik von Katharina Stooß ist nichts als altbekannte Spielerei.
"Kinderkrankheiten" sind durchaus normal, in dem Band finden sich jedoch zahlreiche lesenswerte Texte - dazu gehören auch die Comics von Christian Schmiedbauer, während Ron Winklers Prosa nicht annähernd an seine besten Gedichte heranreicht.

Mehr auf der Blumenfresser-Website

P.S. Dieser Blogeintrag stellt keine Rezension dar, sondern eine Lesenotiz.

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