Freitag, 18. September 2009

Hohn und Spott - Axel Kutsch entlarvt Eigentor

Da hat doch Stefan Mesch, der mein Blog in der ZEIT gelobt hat, den Poetenladen im gleichen Artikel in die Pfanne gehauen. Was schreibt Meister Kutsch nun in der Lyrikzeitung und selbstredend im Poetenladen? "Allerdings geht dieser Tritt nach hinten los, hatte er sich doch vor vier Jahren vergeblich um eine Aufnahme in diesen nun von ihm geschmähten Poetenladen bemüht, die damals von der Redaktion aus qualitativen Gründen abgelehnt wurde." Das tut weh.
Hier nochmal der Verweis auf DIE ZEIT. Interessant auch die vielen Leserkommentare im Anschluss an den Beitrag.

Kommentare:

Stefan Mesch hat gesagt…

Lieber Matthias Kehle (und, klar: lieber Axel Kutsch),

Ich habe vor vier Jahren an einem Wettbewerb namens „Debütpreis des Monats“ des Poetenladens teilgenommen, aber nie wieder etwas vom Poetenladen gehört.

Nicht schlimm: Wie oft schafft man’s auf Anhieb in die Literaturzeitschrift oder den Wettbewerb, für den man sich bewirbt? Wer sich in dieser (kleinen!) literarischen Szene bewegt, kommt an solchen Stationen irgendwann vorbei – ich bin ja auch nicht wütend auf den Klagenfurter Literaturkurs oder den Berliner Open Mike, weil meine Bewerbungen erfolglos waren.

Das passiert. Und es gab damals auch keine „traumatische“ Absage: „Herr Mesch, wir wollen Sie nicht – Sie sind zu schlecht für uns!“

Ich hätt’s einfach irgendwann wieder versucht. (und: mit einem besseren Text!)

Ich bin seitdem immer mal wieder auf der „Poetenladen“-Homepage: Freunde und Bekannte haben eigene Seiten, manchmal gibt es interessante Essays oder Rezensionen.

Aber wenn ich „Lyrik entdecken“ will, stehe ich vor dieser Seite:

http://www.poetenladen.de/poeten.html

Hunderte Namen. Kein Geburtsjahr, kein Wohnort, und keine Unterscheidung, ob sie Prosa und/oder Lyrik schreiben.

„Poetenladen“ ist wie ein Kinderüberraschungsei: Man kann die 60jährige Suhrkamp-Autorin „entdecken“ oder den Zivildienstleistenden, der die ersten drei Gedichte vorstellt.

Nichts gegen Suhrkamp-Autorinnen. Nichts gegen Zivis. Aber „lyrikline“ z.B. hat – auf einer ganz ähnlich gestalteten Benutzeroberfläche – dasselbe Problem viel, viel übersichtlicher gelöst.

Also: Kein Schlachtzug, keine gekränkte Eitelkeit. Nur eine (vollgestopfte, teilweise interessante) Website, zum Heulen unübersichtlich…

Noch Fragen?

Liebe Grüße!

STEFAN MESCH

Matthias Kehle hat gesagt…

Lieber Stefan Mesch,
das Internet samt Poetenladen hat eine Eigenheit: Man muss sich die Mühe machen und die Perlen suchen. Wenn man regelmäßig den Poetenladen besucht und auf der Startseite die aktuell aufgeführten Dichter zur Kenntnis nimmt, kann man diese Perlen entdecken.

Anonym hat gesagt…

Am besten ist es, man geht in den Buchladen und kauft sich einen Gedichtband von Wislawa Symborska, da braucht man anschliessend nur noch in einen Park zu gehen und sich auf eine Bank setzen, man kann die Gedichte lesen und sich ausmalen, wie es wäre wenn es jemand gäbe der in diesem Land solche Verse schreiben könnte.

Anonym hat gesagt…

Ich finde, dass Kutsch hier kein Eigentor oder Mesch entlarvt, sondern nur sich selbst.
Meschs ZEIT-Artikel ist einfach nur schwach und kommt über einen Werbe- bzw. Klappentext nicht hinaus. Es lohnt sich gar nicht, darüber zu diskutieren. Dass Kutsch es dennoch tut, zeigt nur, dass er sich auf Meschs Niveau herablässt und ihm, also Mesch, indirekt noch eine Bedeutung zukommen lässt, die er gar nicht verdient hat.
Und dass in den ZEIT-Kommentaren bisher immer noch nicht über die sogenannten "Inhalte" der Poetenladen-Lyrik gesprochen wurde, zeigt nur, dass die Lyrik dort sich nicht wirklich aufdrängt, sondern nur die bestehende Ordnung zementiert.