Sonntag, 4. Oktober 2009

Die Stimmen der Dichter

Uwe Wittstock berichtet in die Welt von einem CD-Projekt der besonderen Art: "Ein hinreißendes Standardwerk: 122 deutschsprachige Poeten der vergangenen hundert Jahre lesen in 'Lyrikstimmen' 420 ihrer eigenen Gedichte (...) Auch ein Wandel im Selbstverständnis der Dichter und der Dichtung wird auf diese Weise unüberhörbar. Wie gottgesandte Seher und Propheten deklamieren sie am Anfang des 20. Jahrhunderts die eigenen Verse und manche von ihnen tun das noch bis in die Fünfzigerjahre hinein. Sie dehnen die Vokale und lassen die Konsonanten grollen und rollen, als hätten sie kein Gedicht vorzutragen, sondern vor dem Weltgericht der Menschheit Schicksalssprüche kundzutun. Es sind keine Kitschiers darunter, sondern einige der Besten dieser Ära: Hermann Hesse und Stefan Zweig, Lehmann und Franz Werfel lassen ihre Stimmen in einem Maße erbeben und erzittern, wie man es heute selbst bei der Lesung bluttriefender Gruselkolportage für unangemessen hielte."
Hier der ganze Beitrag!

Kommentare:

Sammelmappe hat gesagt…

Das ist ein faszinierendes Projekt. Schade, dass die CDs durch den Umfang dann doch etwas teuer sind. Ich fände es spannend, da mal rein zuhören.

Andrew Shields hat gesagt…

Dasselbe gilt für englischsprachige Lyrik: ich habe zwei Sammlungen von Aufnahmen, die über Jahrzehnte aufgenommen worden sind, und bei beiden ist eine Wendung von einer "Prophetenhaften" zu einer "alltäglichen" Vortragsweise zu hören.