Mittwoch, 18. November 2009

Wo Autoren wirklich Grund zu jammern haben - in der Türkei

Heute lese ich bei Perlentaucher folgendes:

"Von Turgut Özal, dem ehemaligen Premierminister und späteren Präsident der Türkei, ist der Kommentar überliefert, Prosa sei "sinnlos und unnötig"; der jetzige Premierminister Recep Tayyip Erdogan erklärte in einem Interview, dass er selbst zwar keine Zeit zum Lesen fände, jedoch seine Berater für sich lesen ließe. In einer Untersuchung der UNO, die die Verbreitung regelmäßiger Lesegewohnheit untersuchte, landete die Türkei als eines von 173 Ländern nur auf Platz 86. Bei einer Umfrage, welche Konsumgegenstände lebensnotwendig seien, wurde das Buch auf die 235. Stelle verwiesen - im Durchschnitt werden im Jahr pro Kopf 45 Cent für Bücher ausgegeben. In der Türkei kann kaum ein veröffentlichender Autor sein Leben mit der Schriftstellerei bestreiten, und nur eine Handvoll türkischer Verlage lebt von der Herausgabe literarischer Werke. Landesweit existieren nur 1.500 öffentliche Bibliotheken, die insgesamt 900.000 Mitglieder haben und nur acht Prozent derer, die eine Bibliothek aufsuchen, gehen dorthin, um tatsächlich zu lesen. Leider ist nicht erfasst, was die restlichen 92 Prozent in die Bibliotheken treibt. Während in Deutschland die durchschnittliche tägliche Pro-Kopf-Lesezeit 24 Minuten beträgt, kommt man in der Türkei auf 12 Sekunden."

Mehr höchst Interessantes: Hier klicken!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ja aber was die Deutschen durchschnittlich lesen, das wurde nicht erfasst.
Und dann ist es genau richtig was
ein türkischer Minister sagt, wenn Politiker anfangen Literatur zu mögen, ist es aus mit der Literatur und dann gibt es auch noch einen türkischen Nobelpreisträger, denn man natürlich ohne Absicht vergaß zu erwähnen.