Mittwoch, 23. Dezember 2009

Dilettantisches

Mir war literaturkritik.de schon immer suspekt. Die Seite ist unübersichtlich, leserunfreundlich und immer wieder las ich dort schlecht geschriebene Kritiken. Nun hat sich Michael Gratz von der Lyrikzeitung die Mühe gemacht, eine Kritikkritik zu schreiben, einen Verriss der Kritik von Werner Friebel auf die Poetenladen-Anthologie "Der gelbe Akrobat". Gratz demontiert einen dilettantischen Text mit Genuss und mit Wut.
Werner Friebel ist übrigens Redakteur der Online-Literaturzeitung "Literaturmagazin Schnipsel". Interessantes über den Autor: Hier klicken!. Das Gedicht, das der Leser auf dieser Seite findet, kann man nur "leicht angetrunken" ertragen.
Ein frohes Fest, leicht, stark oder gar nicht angetrunken!


P.S. Stan Lafleur kommentiert den Beitrag von Michael Gratz treffend: "vorbildliche entschwallungsmasznahme"

Kommentare:

Connie hat gesagt…

Sie haben recht, dieses Gedicht des Herrn F. ist unerträglich. Da brauch ich mehr als Alkohol, und "on the rocks" möchte ich mir den Mann nun wirklich nicht vorstellen

Aber immerhin haben sie da Felix Philipp Ingold gefunden mit seiner LyrikAnthologie-Kritik!

LitTalk hat gesagt…

Da ist jetzt mal der sprichwörtliche Schuss in den Ofen nach hinten abgegangen. Eine Kritik zur Kritik: Wie ungewöhnlich - oder auch nicht, denn auch Kritiker sind dem Literaturbetrieb und seinen Mechanismen unterworfen. Fazit: Wenn man von Literatur nichts versteht, dann sollte man still sein - das wäre allemal klüger.

Reinhard Mermi (tjm.)

werner friebel hat gesagt…

das hätte ich nicht von ihnen gedacht, herr kehle. das sie mir so in den rücken fallen. also jetzt wird´s ja wirklich politisch.

Matthias Kehle hat gesagt…

Was habe ich Schlimmes gemacht? Auf zwei schlechte Texte hingewiesen. Was soll daran politisch sein? Ich sage es jedem Autor, wenn er einen schlechten Text geschrieben hat, auch besten Freunden. Ob ich nun VS-Vorsitzender bin oder nicht. Im Gegenteil: Es ist meine solidarische Pflicht dem Kollegen gegenüber, keinen süßen Brei zu rühren, wenn mir etwas sauer aufstößt. In diesem Sinne: Frohes Fest!

Werner Friebel (diesmal der echte) hat gesagt…

Lieber Matthias,
danke jedenfalls für deine einsichtsvolle Kurzinterpretation meines kleinen Kiffer-Gedichterls, da zieh ich mir doch gleich noch'n paar Wölkchen durchs Hirn ;-)
Für die ganz harten Hund gibts den "Sommernachmittag" übrigens auch komplett mit Instrumentalvertonung und Hintergrund-Story hier:

http://oxnzeam.de/2008/06/26/kontrapunktierte-philosophische-melodie-dialektik-und-offene-bitonale-harmonik-im-jazz/

Viel Hörvergnügen und beste Grüße

LitTalk hat gesagt…

Es ist eine bedauernswerte Tatsache des Literaturbetriebs, dass (sachliche und fundierte) Kritik zumeist persönlich genommen wird. Ich selbst bin für positive wie auch negative Kritik in jedem Falle dankbar. Lobhudelei nützt niemandem.

In diesem Sinne ebenfalls ein fröhliches Weihnachtsfest!

Reinhard M. (tjm.)