Montag, 18. Januar 2010

Die "Blank Generation"

Der Literaturkritiker Matthias Hagedorn entdeckt in im Magazin JETZT der Süddeutschen Zeitung eine neue Generation unter den Lyrikern, die "Blank Generation". Hagedorn verweist auf die Reihe der "Silver Horse Edition" und auf die Anthologien Axel Kutschs:
"Die Lyriker der blank generation sind so lebendig wie vielstimmig ist, sie schreiben keine Befindlichkeitstexte, leisten dafür aber sorgfältige Spracharbeit und schreiben poetisch souverän, welterfahren und vor allem eigenwillig. Die literarische Strömung des Regionalismus wirkt der Globalisierung entgegen, weil sie eine starke Bindung zu einer Örtlichkeit und einen Bezug zur Geschichte entwickeln. Die Antwort der Lyriker auf die Globalisierung liegt in der Anthologie »Die inneren Fernen« in der Vertiefung der eigenen historischen Wurzeln."
Regionalismus vs. Globalisierung zeichne also die Texte von Autoren wie Peter Ettl oder Theo Breuer aus - Hagedorn hebt bewusst Autoren fernab der vermeintlichen (Lyrik-) Hauptstadt hervor:
"Die sogenannte Provinz ist keine literarische terra incognita, kein weißer Fleck in den Atlanten der Lyrik mehr. Die Bewahrung der Poesie gewinnt für die blanc generation in genau dem Moment einen historischen Sinn, in dem das Tragische seines Lebens und das der Geschichte miteinander verschmelzen. Dies ist nicht zuletzt nachzuvollziehen auf der von Michael Gratz in unermeßlichem Sammlerfleiß erstellten lyrikzeitung, die den umfassendsten Überblick über das lyrische Geschehen gibt. Gratzs Führung durchs Labyrinth der lyrischen Welt ist bewundernswert, und es fehlt dabei auch nicht an Hinweisen auf den intellektuellen Kontext, in dem sich das Leben, Denken und Dichten abspielt. Hervorragend ergänzt wird die lyrikzeitung von Andreas Heidtmanns stilvoll edierten Poetenladen. Als Herausgeber scheint er eine Art Universalpoesie im Sinn zu haben. Der Poetenladen soll weder in den Klappkasten der schöngeistigen noch der engagierten Literatur passen, hier spiegelt sich die deutschsprachige Gegenwartspoesie in all ihren Facetten und Spielarten. Nimmt man ergänzend den von Shafiq Naz edierten Lyrikkalender dazu, stellt man fest, daß wir in geistig in guten Zeiten leben, so aufregend war deutsche Lyrik seit dem Barock nicht mehr."

Dass Hagedorn meinen Band "Fundus" lobt, sei zuletzt erwähnt. Ich hätte seinen Aufsatz auch ohne den Hinweis zitiert.
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