Mittwoch, 10. Februar 2010

Kinderkacke

Ich muss nochmal auf das Thema Hegemann zurück kommen. Heute ist in der "Welt" ein Interview mit der Pubertiertenden zu lesen. Es ist nicht zu übersehen, dass sie von ihrem Verlag einige Textbausteine in Sachen Reue und Bescheidenheit mit auf den Weg durch den Pressedschungel bekommen hat. Was bei den Tageszeitungen und auf dem literarischen "Großmarkt" vor sich geht, ist zum Kotzen. Anders kann man es nicht nennen. Was passiert, wenn ich das Zeit-Magazin aufschlage: Als erstes starrt mir auf Seite 3 ein Bunny entgegen. Was passiert, wenn ich mich morgens durch die aktuellen Meldungen in Sachen Literatur klicke? Ich stoße auf eben jenes bescheuerte Interview in der Welt. Ja, haben wir denn keine interessanteren, literarischen Themen im Augenblick?

Interview mit Helenchen

Kommentare:

R. Duraj hat gesagt…

etwas mehr zum aufregen:

Kreativität ohne Reinheitsgebot

Marco Pfeiffer hat gesagt…

So sehr ich mich von Helenchens "Arbeitsweise" distanziere, sehe ich das, was passiert ist, nicht als ein so großes Übel an. Denn es hat nicht funktioniert - sie ist einfach mal aufgeflogen.
Und daraus schöpfe ich, entgegen allen Schwarzmalertums, neue Hoffnung. Hoffnung auf ungeschriebene Gesetze. Gesetze, die vor allem hier im www, dem Ort in den die Lyrik und alles Neue, Launische, Exzentrische verdrängt wurde (und, so scheint es, zu neuer Bülte gelangt), für eine Ordnung sorgen, der sich im Falle eines Erfolges kein Schaffender entziehen kann.

Es ist schlimm, dass das Verständnis des Urheberrechts an dieser Zeit krankt - aber es ist herrlich, mit anzusehen wie das geistige Eigentum Unterstützung aus ganz unerwarteten Ecken und Untergründen bekommt.
So gehört sich das. Ohne Gesetzgeber. Aus einer Gemeinschaft heraus.

Danke Helenchen.

stan lafleur hat gesagt…

wenn ich richtig verstehe, hiesze das wohl im umkehrschlusz, dasz jeder sich bei frau hegemann oder sonstigen autoren ihres verlages unter seinem eigenen namen bedienen darf, fuer ein nachgeschobenes danke plus evtl klarstellung? eigentlich nett.

Herbert Hindringer hat gesagt…

Warum Kinderkacke? warum bescheuert? Warum ist das Alter der Autorin ein Mittel, um sie zu diskreditieren?
Ich würde manchen Aussagen im Interview widersprechen wollen, aber interessant ist die Fragestellung allemal.
Und wenn ich mir dann die Kommentare unter dem WELT-Interview der Leser von WELT betrachte, dann graut mir.