Donnerstag, 25. März 2010

Ron Winklers Lyrikrakete

Nicht nur ich habe immer wieder den Verlust der Qualität der Lyrikkritik im "großen" Feuilleton beklagt. Nun sind Ron Winklers wunderbare Gedichte Opfer eines Pseudo-Kritikers geworden, der nichts als Luftblasen produziert. Ein paar Beispiele: Winkler schreibe Poesie, aus der es "aus voller Kanne Sinnlichkeit regnet". Seine Gedichte führen zu einer "extremen Lesegeschwindigkeit (...): Man will sich die Gedichte einverleiben. Und zwar schnell! Ein großer Rausch." (...) "Zeilen wie 'Asphaltinhos und Asphaltinhas, die uns Ichs anboten, die sie selbst nicht besaßen' weisen in die Richtung einer post-postmoderner Ich-Auslagerung." (...) "Es sind viele abgefahrene Bilder, die Winkler zum Leuchten bringt." (...) "Es wimmelt von großartigen Sätzen und knapp gefassten Zusammenhängen in ungeahnter Dichte, dass es kracht. Irre, wie sich da aus dem Wirrwarr wimmelnder Gleichgültigkeiten eine Ahnung übergeordneter Schönheit herausschält." usw usf.
Mein Redakteur hätte sich nach meinem geistigen Zustand erkundigt, hätte ich eine solche Kritik abgeliefert. Manchmal hat man den Eindruck, beim "großen" Feuilleton landen all jene, die als Schriftsteller gescheitert sind. Ein paar Beispiele hätte ich parat, ein paar rühmliche Ausnahmen (Nico Bleutge) ebenfalls.

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1 Kommentar:

Rachel hat gesagt…

Hallo Matthias,

ein sehr gutes, offenes Wort an die Kritik!

Als Bibliothekar richte ich mich immer weniger nach Kritiken beim Einkauf. Manch guter Autor wird verrissen und andere dafür in den Himmel gehoben, die es niemals verdienen...

LG; Rachel