Mittwoch, 7. April 2010

Steckbrief in der "Federwelt"

Wieder zurück aus den Bergen, finde ich die neue Ausgabe der Zeitschrift "Federwelt" auf meinem Schreibtisch. Es enthält ein kleines Interview mit dem VS-Vorsitzenden in Baden-Württemberg und ein Porträt von fixpoetry. Diese sehr informative Zeitschrift ist übrigens vor allem Schreibanfängern sehr zu empfehlen. Die jeweils aktuelle Ausgabe findet sich in Teilen hier.

Und nun das komplette Interview. Die Fragen stellte Sandra Uschtrin. Merci!

Manche denken ja, dieser Posten werde einem ordentlich mit ein paar Hundert Euro im Monat vergütet. Aber soweit ich weiß, gibt es für Ihre Arbeit nur eine geringe Aufwandsentschädigung. Sind Sie einer der letzten Altruisten?
Das Leben meinte es bislang gut mit mir. Mir ist es ein Bedürfnis, ehrenamtlich zu arbeiten. Und mir ist auch klar, dass die meisten Autoren aufgrund ihrer ökonomischen Situation den Job gar nicht machen könnten. Mir reicht es, wenn ich nicht drauflege.

Geben und Nehmen sollte in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Wie sieht das bei Ihnen aus? Wie viel geben Sie konkret und durchschnittlich von Ihrer Zeit pro Woche für den VS? Bitte addieren Sie die Stunden.
In Baden-Württemberg ist das womöglich mehr als in anderen Bundesländern, da der VS hier sehr aktiv ist. Es gibt zahlreiche Literaturfestivals, der VS ist an Jurys beteiligt, er berät Kommunen, er mischt sich aktiv ein. Durchschnittlich sind es etwa 15 Stunden pro Woche.

Und was bekommen Sie zurück? Woraus setzt sich das Nehmen zusammen? Bitte listen Sie einmal nachvollziehbar auf, was Sie von diesem Job konkret “haben”.
Die Befriedigung, dass der Laden funktioniert, dass der VS Baden-Württemberg ein erfolgreicher Landesverband ist. Finanziell habe ich von dem Job nicht allzuviel. Jedoch ist schwer zu sagen, ob einige der Aktivitäten, mit denen ich heute Geld verdiene, nicht auf meine VS-Arbeit in den letzten zwölf Jahren zurückzuführen ist.

Wie erklären Sie es sich, dass so wenig junge SchriftstellerInnen aktiv mitmischen?
Das stimmt so nicht mehr, im Gegenteil. Für die beiden jungen, renommierten Lyrikerinnen Claudia Gabler und Daniela Danz ist es selbstverständlich, im VS mitzuarbeiten, in NRW ist eine 20-Jährige im Vorstand, der VS-Vorsitzende in Hessen ist Jahrgang 1971. Im Montsegur-Autorenforum wird die Arbeit des VS immer wieder sehr positiv diskutiert - von Autoren unter Vierzig. Wer im VS Mitglied ist, kann guten Gewissens sein, denn er profitiert von dem, was der VS leistet bzw. mit organisiert. Von der KSK, den Verhandlungen mit Google, den Fairlag-Aktivitäten, über Stipendien bis hin zu Literaturfestivals, bei denen der VS in Jurys vertreten ist. Wer nicht Mitglied ist, hat andere für sich arbeiten lassen.

Was sind Ihre Ziele? Ihre Pläne in Bezug auf den Landesverband?
Kunstschaffende müssen für ihre Arbeit anständig entlohnt werden. Wenn der VS Baden-Württemberg mit seinen 300 Mitgliedern bei geplanten Kürzungen aufschreit, wird das Politiker wenig interessieren. Wir sind Teil einer großen, effizienten Gewerkschaft, und wir müssen uns mit anderen Künsten und Kulturschaffenden solidarisieren, wie das etwa bei der "Art-Parade" in Stuttgart der Fall war, als alle Künste gemeinsam auf die Straßen gingen. Die Kürzungen ließen sich nicht ganz verhindern, aber man kann gerade so mit ihnen leben. Ich will den VS öffnen für andere Autorenorganisationen und Noch-Nicht-Mitglieder. So haben wir bewusst drei Nicht-Mitglieder zu den nächsten Literaturtagen des VS eingeladen. Außerdem ist mir Kontinuität wichtig: Baden-Württemberg ist ein Literaturland und muss es bleiben.

1 Kommentar:

Rachel hat gesagt…

Ob ich die in Sachsen auch bekomme?

Muss mal schauen...

DANKE...

LG; Rachel