Donnerstag, 20. Mai 2010

Interview in der Stuttgarter Zeitung

Heute ist ein großes Interview mit dem Baden-Württembergischen VS-Vorsitzenden in der "Stuttgarter Zeitung" zu lesen. Wer Interesse hat, dem sende ich gerne ein PDF zu. Hier ein kleiner Auszug (die Fragen stellte Julia Schröder):

Was haben sie sich für Ihre Amtszeit vorgenommen?
Vieles wird bestimmt sein von der Diskussion über Kürzungen. Politikern muss die Bedeutung von Literaturförderung klar sein. Die Literatur ist die einzige der Künste, die mit dem klassischen Bildungsbegriff verknüpft ist. Wer lesen und schreiben kann, ist bekanntermaßen im Vorteil. Wer die Literatur liebt, wird seinen Kindern vorlesen, wer Bücher liest, erfährt etwas über die Realität, lernt sich auszudrücken, zu kommunizieren. In jedem Beruf kommt derjenige weiter, der es versteht, mit Sprache umzugehen. Über die Jahrhunderte hinweg war Deutschland übrigens weltberühmt für seine Dichter und Denker von Goethe bis Hertha Müller, von Kant bis Heidegger und nicht für seine Ingenieurskunst und seine Autos. Das sollten wir in den Zeiten der Krise und der Euroangst nicht vergessen.

1 Kommentar:

Thilo hat gesagt…

Herr Kehle, welchen Zweck hat es zu erwähnen, dass Deutschland für seine Dichter und Denker bekannt war und NICHT für seine Ingenieurkunst. Für mich klingt es ein wenig so, als wolle man das eine gegen das andere ausspielen. Das finde ich bedauerlich. Abgesehen davon, dass diese Behauptung ziemlich gewagt ist, frage ich mich, was man gewinnt dadurch. Wahrscheinlich nichts. Ich kann meiner Tochter jedenfalls keine Differentialgleichungen als Gute-Nacht-Geschichte vorlesen. Unter den drei Ausgezeichneten beim Feldkircher Lyrikpreis letztes Jahr waren übrigens zwei Elektroingenieure, wobei der Preis u.a. durch die Stadtwerke unterstützt wird. Sie wissen selbst auch, dass Industrieunternehmen Geld für Kunst und Kultur ausgeben. Es gibt gerade in Stuttgart ein sehr namhaftes Beispiel. Da scheinen mir obige Bemerkungen eher kontraproduktiv. Ein Buch, dass ich in diesem Zusammenhang interessant finde, ist das folgende: "The Gift: Imagination and the Erotic Life of Property" von Lewis Hyde.