Donnerstag, 24. Juni 2010

Urs Engeler beschreitet neue Wege

Die "Lyrikzeitung" meldet es, dass Urs Engeler in Sachen Lyrik neue Wege beschreiten will. Vom Buchhandel und seinen Gepflogenheiten hat er genug, wenn er mit seinem neuen Konzept von einem Lyrikband 200 Exemplare verkauft, dann reicht das bei der Finanzierung. Keine ISB-Nummer, Digitaldruck - den Aufwand möglichst klein halten:

Das ganze Interview ist im Börsenblatt" nachzulesen, hier Ausschnitte:

"Wie ist das Ganze kalkuliert? In Ihrer Mail schreiben Sie: 50 Bestellungen garantieren Zukunft...
Engeler: Ich gehe von einer Erstauflage von 200 Exemplaren aus. Bei vielen Lyrik-Bänden ist man froh, wenn man die tatsächlich erreicht. Der Endpreis berechnet sich dann recht einfach: 25 Prozent sind der Druckkostenpreis, dazu 25 Prozent Autorenhonorar, 25 Prozent bekommt der Verlag. Und die 25 restlichen Prozente heißten: Ein nächstes Buch machen! Ich nenne das: Die Ermöglichung. Wenn ich sie bekomme, mache ich ein neues Buch daraus, bekommt sie jemand anderes – ein Rezensent, wenn ich ein Freiexemplar verschicke, oder ein Buchhändler, wenn er auf meinen Vorschlag eingeht, die roughbooks in Fortsetzung zu bestellen – entsteht vielleicht eine Besprechung, oder ein Leser stößt mit der Nase in seiner Buchhandlung darauf. 50 Bestellungen zum vollen Preis reichen also aus, die Herstellungskosten der gesamten Auflage zu erwirtschaften.

(...)

Wie erfahren die Leser von den Büchern? Die Sache soll ja kein exklusiver Geheimzirkel sein...
Engeler: Ich bin noch ganz am Anfang, mir auf direktem Weg mein Publikum zu suchen. Ein Weg ist die e-Mail: Ich habe zirka 3000 Adressen in meiner Datei. Wer mich nicht kennt, den kenne ich halt auch nicht. Aber das passt mir: jetzt weiss ich, wer mir nur schmeichelt und wer die Bücher zur Hand nimmt. Was bereits jetzt ziemlich gut funktioniert, sind Fortsetzungsbestellungen. Wenn 50 beieinander sind, ist der Grundbetrieb ja bereits geregelt. "

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