Sonntag, 5. September 2010

Politische Lyrik

Aufgefallen ist mir ein neues Interesse an "politischer Lyrik" in der letzten Zeit erstmals, als Axel Kutsch seine Anthologie An Deutschland gedacht. Lyrik zur Lage des Landes veröffentlichte. Dann folgte Tom Schulz' Alles außer Tiernahrung. Auch beim Konstanzer Poesiefestival im November wird es einen Schwerpunkt "Politische Lyrik" geben, und nun erscheint der "poet" mit seiner 9. Ausgabe und "Gesprächen" über politische Literatur, u.a. Reinhard Jirgl im Gespräch mit Walter Fabian Schmid. Weitere Infos hier klicken! Woher rührt dieses plötzliche Interesse von Literatur/ Lyrik an der Politik? Ich halte die Lyrik für zu unerheblich, als dass sie sich mit Politik beschäftigen sollte. Nun gut, es halten sich genügend Lyriker für wichtig genug, um politische Lyrik zu schreiben.

Kommentare:

stan lafleur hat gesagt…

Ich finde: es gibt immerhin erhebliche Dichtung, die sich (auch) mit Politik beschäftigt hat. Ich nenne für Deutschland beispielhaft das Nibelungenlied und Heine. Wenn ich mich dichterisch mit gesellschaftlichen Themen befasse, muß ich mich dann zwangsläufig wichtiger nehmen, als wenn ich mich spielsweise mit der Schönheit der Heideflora befasse? Ich (als jemand, der beides und vieles mehr tut und sogar bisweilen die Sparten vermischt) sage: nein. Das Interesse an aktueller politischer Lyrik halte ich nicht für plötzlich, sondern für stets schwebend, nun aufgrund von überfälligen Dokumentationen bündelweise etwas zu sättigen und derzeit zu wenig erheblich. Dichterisches Wirken kann allerdings durchaus politische Strömungen in durch die Zeiten wirkendem Maße einfangen, verarbeiten, widergeben und somit historisch markieren.

Gerrit Wustmann hat gesagt…

Wenn man es so betrachtet, lieber MK, dann ist Lyrik für so ziemlich jedes Thema zu "unerheblich".