Mittwoch, 1. September 2010

Schlägerei mit Ann Cotten? Ja!

Wer sich mal mit Ann Cotten prügeln möchte: Wie das geht, steht hier nachzulesen.

Vielleicht sollte ich ihr wirklich eine Tracht Prügel verpassen, denn sie hat Unsägliches von sich gegeben (ebenfalls unter obigem Link, in der Märkischen Allgemeinen Zeitung, zu finden):

Der deutsche Schriftstellerverband hat eine „Erklärung zum Schutz von geistigem Eigentum“ veröffentlicht. Warum stellen Sie Ihre Texte im Internet zur freien Verfügung?

Cotten: Das ist doch Mafia. Ich meine damit Folgendes: Prinzipiell hat Besitz die Neigung, sich gegen Osmose zu schützen, oft auf übertriebene Weise. Wir sind als Glückskinder aufgewachsen im Schoß dieser Mafia, und es erscheint uns kaum möglich, dass es Stabilität und Gerechtigkeit ohne die Mafia geben könnte. Mal ehrlich, geistiges Eigentum, was soll denn das sein? Man hat doch alles irgendwo aufgeschnappt. Und bezahlt wird gerade das geistige Eigentum immer sehr zufällig, belohnt wird nicht die Idee, sondern die Patentanmeldung. Es wäre gut, von der Lüge, Copyright sorge für Gerechtigkeit, ein bisschen Abstand zu gewinnen.

Sehen Sie sich als Vertreterin der Generation Internet?

Cotten: Das wird schon der Einfluss des Internets sein. Eigentum ist aber für mich auch nie ein großes Problem gewesen, da ich in einer Zeit und Gegend des Überflusses aufgewachsen bin. Wenn ich mich in jemanden hineinversetze, der zu Kriegszeiten aufgewachsen ist, verstehe ich schon, dass er sein Eigentum schützen will. Das ist ein verständlicher Egoismus. Aber ich fände es widerwärtig, das als Moral hinzustellen. Auf der anderen Seite finde ich aber auch am Sampling nichts Antibürgerliches.

Kommentare:

Matthias Mala hat gesagt…

Nun, ja, dummes Geschwätz oder Attitüde mit Plattitüde. Aber deswegen zuzuhauen? Nee, so was möchte ich nicht mal mit nem Stock anfassen ...

Martin von Arndt hat gesagt…

Ja, noch klein und ein bißchen doof, au0erdem muß sie nicht vom Schreiben leben. Das ist doch schön. Ich sollte auch wieder mehr kiffen und von Papis Kohle in den Tag leben. Ja, das sollte ich.

Anonym hat gesagt…

Würden Sie uns, lieber Matthias Kehle, auch verraten, was an diesen Äußerungen von Ann Cotten so unsäglich sein soll? Hier setzt sich jemand aus, meine ich. Das Pathos der Polemik, Hybris als Notbehelf gegen falsche, mafiös ermogelte Metaphysik. Keine dieser Aussagen verzichtet darauf, den eigenen Standpunkt auf ehrbarste hermeneutische Weise mit zur Disposition zu stellen. "Wir wissen ja nicht, weißt du, wir wissen ja nicht, was gilt", sagt selbst der Prügelknabe. Beste Grüße, C.Filips

Matthias Kehle hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Matthias Kehle hat gesagt…

Lieber C. Filips, ich möchte wissen, wie Suhrkamp reagieren würde, täte ich ungefragt ein Gedicht von Ann Cotten veröffentlichen oder größere Teile sampeln. Ich für meinen Teil lebe davon, dass ich Texte verkaufe und die Rechte an diesen Texten habe (sofern ich sie nicht an einen Verlag verkaufe). Ansonsten fehlt es mir anscheinend an elementaren intellektuellen Fähigkeiten, denn ich verstehe Ihren Kommentar nur partiell.
Wir können ja in Konstanz drüber debattieren ;-)

P.S. Der gelöschte Kommentar war von mir selbst. War ein Tippfehler drin...

Lutz Steinbrück hat gesagt…

Peinlich, was hier zu lesen ist.

Martin von Arndt ist ein Idol wie Bernard Dietz eins war. Kicken und Kohle, darum geht es doch.

Matthias Mala tut mir ein bisshen leid. Ich hoffe, er merkt noch, warum er wen wie anfasst, ohne das es ihm weh tut.

Ann Cotten hat eine Meinung geäußert.

Kein Grund, so eine Dummhatz zu veranstalten, Matthias - bei aller Sympathie.

Gruß

Lutz Steinbrück

Anonym hat gesagt…

verstehe die persönlichen Angriffe und verbalen "Prügeleien" gegen Ann Cotten hier überhaupt nicht. Und das, ohne dass mir "elementare intellektuelle Fähigkeiten" abgingen. Kann es sein, dass es hier manchem einfach die elementare Fähigkeit zur fairen Auseinandersetzung abhanden gekommen ist? Birgit Kreipe

stan lafleur hat gesagt…

Ich denke, Anns VS/Mafia-Vergleich hinkt (oder ließe sich andernfalls, im Sinne des sich Aussetzens, auf wenn nicht alles, so doch vieles, wie z.B. experimentell auch auf die Strukturen bei Anns Verlag anwenden): Giftspritzerei, die Wirkung zeigt. Anns Gedanken zum Copyright lassen sich offenbar mit einer ganzen Reihe von Adjektiven deuten, je nach Standpunkt. Schauen wir doch, was da steht - und ob es zu Ende gedacht ist. Die von Ann so rumpelnd angestoßene und von Matthias aufgepickte Debatte findet bisher, bis auf Matthias Standpunkte zum Copyright - hier - in meinen Augen nicht statt. Es wäre für mich interessant zu erfahren, wie Ann sich etwaige Folgen einer etwaigen Aufhebung des Schutzes für "geistiges Eigentum" vorstellt. Das könnte doch geile Szenarien aufwerfen! Mein Tip: das ginge wohl in Richtung Chinesisierung Zentraleuropas.

Anonym hat gesagt…

Kunst ist immer ein Geschenk (wenn es Kunst ist).

Bayer Leverkusen hingegen hat das Urheberrecht für Aspirin.


Und mit Literatur verdient niemand Geld.

Anonym hat gesagt…

Bayer hat ein PATENT für Aspirin, kein Urheberrecht. Ein Patent für Literatur hingegen gibt es nicht. Gottseidank?