Montag, 25. Oktober 2010

dichter dran – auf den versen junger lyrik poesiefestival konstanz 19.11 – 24.11. 2010

Fr, 19.11.2010
Kulturzentrum am Münster, Wolkenstein-Saal, 20 Uhr
Nach und nach. Dichter-Treffen
Eintritt: 6 € / ermäßigt 5 €


Die Lyrik erhält derzeit so viel Aufmerksamkeit wie lange nicht. Vor allem junge Autorinnen und Autoren prägen den Schauplatz der Literatur – und werden in den Feuilletons gefeiert. Der Chor der jungen Lyrik ist vielstimmig und enorm facettenreich. Allen gemeinsam ist jedoch die Fähigkeit, einen unverwechselbaren Ton und Stimmungen zu erzeugen. Sie alle bereichern die Poesie als Kunstform auf ganz spezifische Weise.

Wie junge Lyrik klingt, das zeigen an diesem Abend: Daniel Falb, Karin Fellner, Nora Gomringer, Andrea Heuser, Nadja Küchenmeister, Stan Lafleur und Marion Poschmann.

Moderiert wird das Dichter-Treffen von Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann, dem Vorsitzenden der Literarischen Gesellschaft/Scheffelbund und Leiter des Museums für Literatur am Oberrhein.


Sa, 20.11.2010, 19 Uhr
Di, 23.11.2010, 21 Uhr
Kulturzentrum am Münster, Gewölbekeller


„Bis uns diese Liebe Welt gefällt/und“
Spiel um eine inszenierte Lesung / Gedichte von Thomas Brasch
Regie und Konzept: Hedwig Huber, Schauspiel: Eberhard Boeck
Eintritt: 11 € / ermäßigt 9 €

„soll ich dir die Welt ersetzen/die man (wer) uns sehr vorenthält/und uns aufeinander hetzen/bis uns diese Liebe Welt gefällt/und“ lautet die letzte Strophe eines Gedichtes, an dessen Anfang der Dichter Thomas Brasch (geboren 1945 in Westow/Yorkshire, gestorben 2001 in Berlin) ein „Vielleicht“ setzte.

Zu hören ist im lyrischen Oeuvre von Thomas Brasch nie nur eine Tonlage. Durchdrungen ist es immer von einer radikalen Haltung zur eigenen dichterischen Leidenschaft, die auch in einer Liebe für das beinah schon altmodisch gewordene Versmaß und in einem strengen Formbewusstsein eines „hochentwickelten Künstlers“ (Fritz J. Raddatz) zum Vorschein tritt. Sein sprachliches Auge diente ihm aber vor allem auch zum Auffinden des Utopischen, des Unmöglichen innerhalb der Widersprüche einer Welt, die er für veränderbar hielt.
Das Projekt „Bis uns diese Liebe Welt gefällt/und“ der Regisseurin Hedwig Huber umkreist spielerisch und unerschrocken die poetischen Ladungen, die Thomas Brasch mit leichter Hand in eine (innere und äußere) Welt geworfen hat, um deren Wünsche und Ängste er wie kein anderer wusste.

Außerdem: Annette Kühn, Stimme Video / Elvira Isenring, Kamera


Sa, 20.11.2010
Finanzamt Konstanz, 20.30 Uhr
Singsang, Siingang, Zingzang. Vom Klang der Lyrik
Eintritt: 6 € / ermäßigt 5 €


„Lyrik ist die stärkste weiße Magie, die ich kenne“, bekannte Uwe Tellkamp, Träger des Deutschen Buchpreises. Rhythmisierte und verdichtete Sprache zaubert Stimmungen und Emotionen. Aber was genau ist es, wodurch Lyrik nicht nur Worte sondern auch Menschen in Schwingung versetzt? Ist es der reine Klang? Ist es die gekonnte Reihung von Vokalen und Konsonanten, die aus Buchstaben Magie entstehen lassen?

Die Magie der Lyrik präsentieren an diesem Abend: Urs Allemann, Elke Erb, Rolf Hermann und Monika Rinck.

Moderiert wird der Abend von Urs Heinz Aerni. Aerni ist u.a. Kurator von züri littéraire im Kaufleuten, von Literatur in den Bergen im Laudinella in St. Moritz und von Diner Littéraires im Baseltor Solothurn. Zudem ist er der Präsident des Literarischen Clubs Zürich.


Sa, 20.11.2010
Burg Meersburg, Burgcafé, 14.30 Uhr
Ulrike Almut Sandig: „alles, was du und ich kennen“
Eintritt frei!


Ulrike Almut Sandig gehört zu den bedeutenden jungen Autorinnen der Gegenwart. Bei Lesern und Kritikern finden ihre Gedichtbücher überaus starke Resonanz. Im Frühjahr 2011 erscheint ein weiterer Lyrikband, aus dem sie in Meersburg lesen wird.
2005 publizierte Ulrike Almut Sandig ihren Gedichtband, „Zunder“, mit dem sie erste Aufmerksamkeit erregte. 2006 veröffentlichte sie, zusammen mit der Musikerin Marlen Pelny, das Hörbuch „Der Tag, an dem Alma Kamillen kaufte“. 2007 erschien ihr zweiter Gedichtband, „Streumen“. 2001 gründete Sandig gemeinsam mit der Songwriterin Marlen Pelny die Literaturprojekte „augenpost und ohrenpost“, für die sie Gedichte an Bauzäune klebte, auf Flyern und Gratispostkarten verbreitete und erste Lesekonzerte gab. In diesem Jahr erschien ihr erster Erzählband „Flamingos“ im Schöffling Verlag.

Ulrike Almut Sandig studierte Religionswissenschaft und moderne Indologie. Neben Lyrik schreibt sie auch Prosa und Hörspiele. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt sie 2009 den Leonce-und-Lena-Preis.



So, 21.11.2010
Spiegelhalle, Foyer, 20 Uhr
Check out the zeitgeist! Deutsch-Englisches Workout
Eintritt: 6 € / ermäßigt 5 €


Deutsche und englische Lyrik begegnen sich: personifiziert in Ron Winkler und Keston Sutherland. Die Kombination der beiden Lyriker und der beiden Sprachen an einem Abend verspricht ein besonderes Erlebnis: denn der Zuhörer kann sich auf zwei verschiedene Sprachwelten und -klänge einlassen. Nächstes Jahr werden beide Autoren in Richmond lesen – beim 20. Jubiläum des renommierten „Literature Festival“, ehemals bekannt unter dem Namen „Book Now“.

Ron Winklers Lyrik beeindruckt mit einer exzellent komponierten Mixtur aus präzise und pointiert formulierten Bildern. Keston Sutherland ist bekannt für seinen expressiven, intelligenten Ausdruck – und für seinen kompromisslosen Stil.


Mo, 22.11.2010
Ratssaal im Rathaus, 20 Uhr
Zeit atmen. Kritische Lyrik
Eintritt: 6 € / ermäßigt 5 €


Zeitkritische Lyrik scheint heute nicht mehr so präsent zu sein wie noch in den 1970er und 1980er Jahren. Doch vielleicht ist sie nur weniger plakativ – dafür versteckter? Lyrik heute „arbeitet stark mit Verfremdungen, wodurch manches, das gesellschaftskritisch ist, sich nicht mehr so direkt erkennen lässt“, so Axel Kutsch, Autor und Herausgeber. Doch nach wie vor inspiriert Lyrik dazu, gesellschaftliche Erscheinungen zu hinterfragen.

Zeitkritische Reflexionen bieten an diesem Abend: Christian Filips, Swantje Lichtenstein, Brigitte Oleschinski und Tom Schulz.

Die Moderation übernimmt Peter Salomon. Er ist Autor und Herausgeber der Reihe „Replik. Autorenporträts aus dem Abseits der Moderne“. Salomon lebt in Konstanz.


Di, 23.11.2010
Wohnform, 19 Uhr
Der kleine Hey. Vom Unterschied der Leseweisen
Eintritt: 6 € / ermäßigt 5 €


„Der kleine Hey“ gilt als das fundamentale Lehrbuch für alle, die mit ihrer Stimme arbeiten: für Schauspieler, Redner, Sänger – und für Autoren. Das altehrwürdige Werk, das um 1900 geschaffen wurde, gibt diesem Abend seinen Namen: Eine professionelle Sprecherin und ein Lyriker werden jeweils eine Auswahl an Gedichten vortragen. Wie viel Einfluss dabei die Geschicklichkeit im Umgang mit der Stimme nehmen kann, wie groß oder klein der Unterschied der Leseweisen sein wird – darauf darf man gespannt sein.

Mit Hellmuth Opitz und Annette Kühn, Sprecherin.



Mi, 24.11.2010
Sternenwarte Kreuzlingen, 20 Uhr
Den Himmel berühren. Die Leichtigkeit der Poesie
Eintritt: 6 € / ermäßigt 5 €


„Der Ton macht die Musik“ – sagt der Volksmund. Man könnte auch sagen, dass mit den richtigen Worten auch vermeintlich Unaussprechliches in Sprache gefasst und fühlbar gemacht werden kann – intensive Emotionen zum Beispiel. Der Lyrik gelingt dies auf unvergleichliche Weise. An diesem Abend erleben wir die Leichtigkeit und zugleich die Kraft der Poesie.

Für lyrische Leichtigkeit sorgen Theo Breuer und Mara Genschel.

Zsuzsanna Gahse wird den Abend moderieren. 1946 wurde sie in Budapest geboren; heute lebt sie, nach längeren Aufenthalten in Wien und Stuttgart, als freischaffende Schriftstellerin in Müllheim in der Schweiz. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den aspekte-Literaturpreis und den Adelbert-von-Chamisso-Preis.

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